KI-Sichtbarkeit messen: So prüfen Sie, ob ChatGPT Ihre Marke empfiehlt
KI-Sichtbarkeit misst man nicht mit einer einzelnen Frage, sondern mit einer festen Liste typischer Kundenfragen, die regelmäßig und mehrfach in ChatGPT, Gemini, Perplexity und Google AI Overviews gestellt werden. Die wichtigste Kennzahl ist der Anteil der Antworten, in denen Ihre Marke genannt wird – nicht die Position. Ergänzend zählen die Quellen, die die KI dabei zitiert.
- Eine einzelne Abfrage sagt nichts aus – KI-Antworten schwanken stark.
- Laut SparkToro liegt die Chance, zweimal dieselbe Markenliste zu erhalten, unter 1 %.
- Wichtigste Kennzahl ist die Nennungsrate über viele Wiederholungen, nicht die Position.
- Die zitierten Quellen zeigen, wo Sie präsent sein müssen.
Warum eine einzelne Abfrage nichts aussagt
Viele Unternehmer testen ihre KI-Sichtbarkeit so: ChatGPT öffnen, „beste Agentur in meiner Stadt“ eingeben, Ergebnis ansehen. Das Problem: Die nächste Antwort sieht oft ganz anders aus. KI-Systeme formulieren jede Antwort neu, nutzen je nach Situation andere Quellen und berücksichtigen teilweise den Gesprächsverlauf und den Standort.
Eine Untersuchung von SparkToro aus dem Januar 2026 zeigt das deutlich. In 2.961 Durchläufen mit 600 Freiwilligen in ChatGPT, Claude und Google AI lag die Wahrscheinlichkeit, zweimal dieselbe Markenliste zu erhalten, unter 1 %. Dieselbe Liste in derselben Reihenfolge kam in weniger als 0,1 % der Fälle vor.
Die Schlussfolgerung: Positionen in KI-Antworten sind als Kennzahl ungeeignet. Aussagekräftig ist, wie oft eine Marke über viele Wiederholungen hinweg überhaupt genannt wird.
Die richtigen Kennzahlen
| Kennzahl | Was sie zeigt | Wie man sie ermittelt |
|---|---|---|
| Nennungsrate | Anteil der Antworten mit Ihrer Marke | Anzahl Antworten mit Nennung ÷ alle Antworten |
| Share of Voice | Ihr Anteil im Vergleich zu Wettbewerbern | Ihre Nennungen ÷ alle Markennennungen |
| Zitierte Quellen | welche Websites die KI als Beleg nutzt | Links in den Antworten sammeln und zählen |
| Tonalität und Korrektheit | ob die KI Ihr Angebot richtig beschreibt | Antworten auf falsche Preise, Leistungen oder Orte prüfen |
| Eigene Domain als Quelle | wie oft Ihre Website zitiert wird | Anteil der Antworten mit Link auf Ihre Domain |
Schritt für Schritt: So messen Sie Ihre KI-Sichtbarkeit
- Fragenliste erstellen: Sammeln Sie 20 bis 50 Fragen, die Kunden einer KI stellen würden. Mischen Sie allgemeine Fragen („Welche SEO-Agentur ist gut für Handwerker?“), Ortsfragen („SEO-Agentur in Hamm“) und Vergleichsfragen („Agentur A oder B?“).
- Systeme festlegen: Mindestens ChatGPT, Gemini, Perplexity und die Google Suche mit AI Overviews. Notieren Sie, ob die Websuche aktiv war.
- Mehrfach fragen: Jede Frage mehrmals stellen – in neuen Chats, ohne Anmeldung oder mit neutralem Konto, damit frühere Gespräche das Ergebnis nicht beeinflussen.
- Antworten erfassen: Für jede Antwort festhalten: genannte Marken, zitierte Quellen, Aussagen über Ihr Unternehmen.
- Auswerten: Nennungsrate und Share of Voice berechnen, häufig zitierte Quellen markieren.
- Wiederholen: Monatlich mit derselben Fragenliste messen, damit Veränderungen vergleichbar sind.
Beispiel einer Auswertung
| Frage | Durchläufe | Mit Nennung | Nennungsrate |
|---|---|---|---|
| „SEO-Agentur in Hamm“ | 20 | 13 | 65 % |
| „Agentur für GEO in NRW“ | 20 | 6 | 30 % |
| „Wer optimiert Shopify-Shops für Google?“ | 20 | 2 | 10 % |
Die Zahlen sind ein fiktives Rechenbeispiel. Es zeigt, wo eine Marke schon stark ist und wo Maßnahmen ansetzen sollten.
Google AI Overviews in der Search Console
Für Google gibt es eine zusätzliche Datenquelle: Laut Google werden Klicks und Impressionen aus KI-Funktionen wie AI Overviews im Leistungsbericht der Search Console unter dem Suchtyp „Web“ erfasst. Sie sind dort allerdings nicht separat ausgewiesen. Steigende Impressionen bei gleichbleibenden Klicks können ein Hinweis auf mehr Sichtbarkeit in Antworten sein – oder auf mehr Zero-Click-Suchen.
Lokale Unterschiede beachten
Viele KI-Systeme berücksichtigen den Standort des Nutzers, besonders bei Fragen wie „in der Nähe“. Wer in Hamm fragt, kann andere Empfehlungen erhalten als jemand in Dortmund. Legen Sie deshalb fest, aus welchem Ort Sie messen, oder nennen Sie den Ort direkt in der Frage. Für Unternehmen mit mehreren Standorten lohnt sich eine eigene Fragenliste je Standort. Auch die Sprache spielt eine Rolle: Deutsche und englische Fragen führen oft zu unterschiedlichen Quellen.
Typische Fehler beim Messen
- Nur einmal fragen: Ergebnisse schwanken stark; erst viele Durchläufe ergeben ein stabiles Bild.
- Positionen vergleichen: „Platz 2 in ChatGPT“ ist laut SparkToro-Daten fast immer Zufall.
- Mit eigenem Konto testen: Gespeicherte Erinnerungen und frühere Chats verfälschen das Ergebnis.
- Fragen ändern: Wer jeden Monat andere Fragen stellt, kann Entwicklungen nicht vergleichen.
- Quellen ignorieren: Die zitierten Websites zeigen, wo Sie präsent sein müssen.
Von der Messung zur Maßnahme
Die Auswertung der zitierten Quellen ist der direkte Weg zu Maßnahmen. Tauchen immer wieder bestimmte Bestenlisten auf, lohnt sich eine Platzierung dort (Listicles). Werden Fachportale zitiert, auf denen Sie fehlen, helfen Brand Mentions. Beschreibt die KI Ihr Angebot falsch, brauchen Sie klarere, zitierfähige Inhalte auf der eigenen Website (Citations). Wie diese Hebel zusammenspielen, erklärt unser Beitrag In ChatGPT erwähnt werden.
Fazit
KI-Sichtbarkeit lässt sich messen – aber nur mit System: feste Fragen, mehrere KI-Systeme, viele Wiederholungen und die Nennungsrate statt der Position als Kennzahl. Wer das monatlich macht, sieht, ob Maßnahmen wirken. Wenn Sie das nicht selbst übernehmen möchten, misst unser Markenerwähnungen-Monitoring Ihre Nennungen in ChatGPT, Gemini, Perplexity und Google AI ab 199 € pro Monat.
Häufige Fragen
Wie viele Fragen brauche ich für eine aussagekräftige Messung?
Für kleine Unternehmen reichen oft 20 bis 30 Fragen, jeweils mehrfach gestellt. Größere Marken mit mehreren Themen brauchen entsprechend mehr.
Gibt es Tools für die Messung?
Ja, mehrere Anbieter automatisieren die wiederholten Abfragen. Wichtig ist, dass sie viele Durchläufe auswerten und Quellen erfassen.
Wie oft sollte ich messen?
Monatlich ist ein guter Rhythmus. So lassen sich Veränderungen erkennen, ohne dass zufällige Schwankungen überbewertet werden.
Was tun, wenn die KI falsche Informationen nennt?
Korrigieren Sie die Angaben auf Ihrer Website und in Verzeichnissen und sorgen Sie für korrekte Erwähnungen auf vertrauenswürdigen Seiten. Mehr dazu im Lexikon unter KI-Halluzination.
Quellen
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